Zurück zu allen Artikeln

Rabattcodes im KI-Chat: Was darf der Assistent versprechen?

Der Kunde erwartet einen Rabatt, der Warenkorb lehnt ihn ab. Bereiten Sie Ihren KI-Assistenten vor der Verkaufssaison auf Codes, Ausnahmen und kombinierte Aktionen vor.

Informio··6 Min. Lesezeit

Paket, Taschenrechner und zwei leere Papieranhänger auf dem Packtisch eines Onlineshops

Stellen Sie sich folgende Beispielsituation vor: Ein Kunde fragt, ob ein Rabattcode auch für reduzierte Ware gilt. Der Assistent sagt ja. Der Kunde füllt den Warenkorb und stellt beim Bezahlen fest, dass der Code nicht gilt. Der Support muss nun einen Widerspruch erklären, der schon vor der Bestellung entstanden ist.

Testen Sie vor der Verkaufssaison deshalb auch Fragen zu Rabatten. Der Chat kann freigegebene Regeln erläutern, auf Bedingungen verweisen und offene Prüfpunkte benennen. Ob ein Rabatt für einen konkreten Einkauf gilt, muss jedoch die aktuelle Berechnung des Shops bestätigen.

Aktionspreis und Rabattcode sind nicht dasselbe

PrestaShop unterscheidet Katalograbatte und Warenkorbregeln. Erstere ändern den angezeigten Produktpreis, Letztere greifen beim Einkauf. Den Unterschied erklärt die offizielle PrestaShop-Dokumentation.

Für den Assistenten folgt daraus eine praktische Grenze: Ein Aktionspreis im Produktfeed belegt nicht, dass zusätzlich ein Rabattcode einlösbar ist. Auch aus einer Ankündigung kostenlosen Versands lässt sich nicht schließen, dass alle Versanddienstleister und Zielländer eingeschlossen sind. Jede solche Aussage braucht einen eigenen Beleg.

Erstellen Sie vollständige Unterlagen zu jeder Aktion

Die verantwortliche Person sollte vor dem Start einen kurzen Datensatz für Support und Assistentenverwaltung vorbereiten. Ein kopierter Werbeslogan reicht nicht. Unsere redaktionelle Prüfliste umfasst:

  • den genauen Code und die Angabe, ob das Angebot öffentlich oder persönlich ist,
  • Beginn und Ende der Gültigkeit einschließlich Uhrzeit und Zeitzone,
  • berechtigte Produkte oder Varianten sowie ausdrückliche Ausschlüsse,
  • den Mindestbestellwert und seine Berechnung einschließlich Versand und Umsatzsteuer,
  • Regeln zur Kombination mit anderen Aktionen sowie Nutzungsgrenzen,
  • einen Link zu vollständigen Bedingungen, eine verantwortliche Person und das Prüfdatum.

Auch das PrestaShop-Schema für Warenkorbregeln enthält getrennte Felder für Gültigkeit, Mindestbetrag und Nutzungsanzahl. Prüfen Sie die Einstellungen Ihres eigenen Shops; der Kampagnenname ersetzt diese Angaben nicht.

Persönliche Einmalcodes gehören nicht in das öffentliche Wissen des Assistenten. Der öffentliche Chat soll Regeln erklären, nicht Vorteile verteilen, die für einzelne Kunden bestimmt sind.

Rechenbeispiel: richtige Mathematik, falsches Versprechen

Die folgenden Zahlen und der Code sind frei erfundene Beispiele, kein Angebot von Informio oder einem anderen Shop. Ein Produkt kostet 80 Euro. UKAZKA10 gewährt 10 % auf berechtigte Waren ab einem Einkauf von 100 Euro ohne Versand und schließt bereits reduzierte Artikel aus.

Die Rechnung 80 × 0,9 = 72 ist mathematisch richtig. Der Kunde erreicht aber nicht den Mindestbetrag und könnte ein ausgeschlossenes Produkt im Warenkorb haben. „Sie zahlen 72 Euro“ wäre deshalb ein falsches Versprechen.

Beispielantwort: UKAZKA10 gilt ab 100 Euro für berechtigte Waren ohne Versand und nicht für bereits reduzierte Artikel. Ein einzelnes Produkt für 80 Euro erreicht den Mindestbetrag nicht. Geben Sie den Code im Warenkorb ein, um die Anwendung auf den gesamten Einkauf und den endgültigen Betrag zu prüfen.

Bei einem gemischten Warenkorb muss außerdem bekannt sein, welche Artikel zum Mindestbetrag zählen. Fehlt diese Information in den Regeln, darf der Assistent keine eigene Auslegung erfinden.

Eine Ankündigung bestätigt noch keine Gültigkeit

Googles Promotions-Spezifikation trennt Anzeigezeitraum und Gültigkeitszeitraum und berücksichtigt eine Zeitzone. Dieselbe Sorgfalt empfehlen wir im Chat: Eine sichtbare Ankündigung ist kein Beweis dafür, dass der Code gerade gültig ist.

Prüfen Sie Antworten vor Beginn und nach Ende der Kampagne. Ein altes PDF, eine Produktseite und eine manuelle Notiz können sich widersprechen. Bestimmen Sie bei Konflikten die maßgebliche Quelle, korrigieren Sie andere Unterlagen und prüfen Sie die erfolgreiche Verarbeitung der Änderung. Gespeicherter neuer Text beweist allein noch nicht, dass der Assistent ihn bereits verwendet.

Wenn der Warenkorb den Code ablehnt

Ohne geprüften Zugriff auf den Warenkorb kennt der Assistent den genauen Ablehnungsgrund nicht. Er kann die Prüfung der Regeln anbieten, darf aber nicht behaupten, der Kunde habe den Code bereits genutzt oder gehöre zur falschen Kundengruppe. Fragen Sie nicht nach Passwörtern, Zahlungsdaten oder einem vollständigen Bestell-Screenshot.

Für die erste Prüfung genügen meist der öffentliche Aktionsname, das betroffene Produkt und der Fehlertext ohne personenbezogene Daten. Persönliche Codes gehören in einen freigegebenen Supportkanal. Muss ein Konto oder ein bestimmter Warenkorb geprüft werden, übergeben Sie den Fall an berechtigte Mitarbeitende, ohne eine Ausnahme zu versprechen.

Testen Sie Grenzfälle, nicht nur erfolgreiche Einkäufe

  1. Fragen Sie kurz vor Beginn und nach Ablauf nach dem Code. Die Antwort darf die Aktion nicht als aktuell gültig darstellen.
  2. Testen Sie einen Einkauf unterhalb und genau auf Höhe des Mindestbetrags. Prüfen Sie die richtige Berechnungsgrundlage.
  3. Fügen Sie eine ausgeschlossene Variante und ein bereits reduziertes Produkt hinzu. Der Chat darf die Regel nicht auf den gesamten Katalog übertragen.
  4. Kombinieren Sie zwei Codes. Ohne ausdrückliche Regel darf der Assistent keine gleichzeitige Anwendung versprechen.
  5. Simulieren Sie fehlende Informationen oder einen unbekannten Fehler. Erwarten Sie eine klare Benennung der Unsicherheit und einen konkreten nächsten Schritt.

Vergleichen Sie das Ergebnis mit einem Kontrollwarenkorb in einer Testumgebung, nicht damit, wie überzeugend die Antwort klingt. Lassen Sie auch den Support vor dem Start prüfen: Könnte eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mit denselben Unterlagen dieselbe Antwort geben?

So starten Sie mit Informio

Informio kann vorbereitete Webinhalte, Dokumente und manuell erfasste Informationen nutzen. Die Verwaltung kann Anweisungen und Testfragen in Quality Lab ergänzen. Dadurch entsteht aber weder automatisch eine Verbindung zum aktuellen Warenkorb noch eine Prüfung persönlicher Rabattcodes. Eine solche Integration muss separat geplant und überprüft werden.

Wählen Sie eine bevorstehende Aktion, halten Sie deren Bedingungen fest und testen Sie die genannten Situationen. Wenn Sie Informio mit eigenen Unterlagen ausprobieren möchten, vereinbaren Sie eine Beratung zum KI-Assistenten für Ihren Onlineshop. Wir beginnen damit, was er Kunden sagen darf und was Ihr Shop bestätigen muss.

Was kostet Ihr Unternehmen unnötig viel Zeit?

Beschreiben Sie uns einen Prozess, den Sie verbessern möchten. Gemeinsam wählen wir einen passenden KI-Einsatz und vereinbaren einen ersten überprüfbaren Schritt.

KI-Chat: 100 kostenlose Antworten, ohne Zahlungskarte